Fantasy Filmfest Nights 2007 in München, die Zweite. "Princess" steht für Pornografie und Gewaltverherrlichung. Umgesetzt als eindeutig zweideutiger Zeichentrickfilm. Außergewöhnlich.
Mein erster Besuch beim FFF. Genauer bei den FFF Nights. Inzwischen auch schon die fünfte Ausgabe des "beliebten" Weekend-Festivals für bekennende Genrefans. Wobei sich das mit der Liebe - zumindestens in München - doch einigermaßen in Grenzen zu halten scheint, war der Kinosaal bei den beiden Vorführungen, denen ich beiwohnte, doch bestenfalls zu zwei Drittel gefüllt. Und ich machte mir im Vorfeld noch Sorgen, von wegen Reservierung und so. Wie auch immer. Es war die Mühe wert. Vor allem wegen dieses einen Films, der mir im Angebot der "sieben cineastischen Genre-Entdeckungen von der besten Angstschweiß-treibenden Seite" am unverzichtbarsten erschien: "Princess". Das Spielfilmdebut des dänischen Cartoonisten und Regisseurs Anders Morgenthaler, welches vergangenes Jahr im Rahmen der berühmt-berüchtigten Director's Fortnight in Cannes seine Premiere feierte. Und dabei für einiges Aufsehen sorgte. Von einem ultraharten Anime war da die Rede. Von einer "Geschichte, die sich tief in den Magen gräbt. Die Geschichte über den Horror einer verlorenen Unschuld."
"Als Pornostar Christina, genannt "Princess", an einer Überdosis stirbt, hinterlässt sie nicht nur Millionen trauernder Hardcore-Fans, sondern neben einer Kiste ihr illustres Leben dokumentierende Video-Tapes auch eine fünfjährige Tochter. Die kleine Mia kommt bei Christinas Bruder August unter, der sich alle Mühe gibt, dem Mädchen ein liebevolles Zuhause zu geben. Doch schnell wird ihm klar, dass hier Rettung im herkömmlichen Sinn zu spät kommt - dieses Kind hatte nie eine Kindheit. Der Anblick der abgeklärten Mia, die lieber Pornomagazine liest als Mickey Maus und Nutte spielt wie andere Kids Vater, Mutter, Kind, und deren medizinische Akte durch Vergewaltigung und Prügel so dick wie ein Telefonbuch ist, beschwört im missionarischen Gutmenschen August einen unsäglichen Hass herauf. Gemeinsam ziehen die Beiden in einen Kreuzzug gegen das Pornobusiness mit dem Ziel sämtliches "Princess"-Material auf ewig auszulöschen und jeden Peiniger Mias zur blutigen Rechenschaft zu ziehen. Ohne Gnade und mit jeder Konsequenz..." [fantasyfilmfest.com]
Die niedliche Optik dieses recht einfach gehaltenen Zeichentrickfilms mag anfangs noch täuschen. Nein, "Princess" ist definitiv nicht für Kinder geeignet, vielmehr ein Erwachsenenfilm. Adult Animation für Hartgesottene. Oder zumindestens für all jene, die im Kino so schnell nichts mehr schockieren kann. Dass "Princess" nicht gerade als “normaler” Zeichentrickfilm durchgeht, wird einem schnell klar. Da sind diese wenigen, immer wieder dazwischengeschnittenen Realszenen. Grob pixelige Handkameraaufnahmen. Da ist aber vor allem diese Geschichte. Was anfangs bloß merkwürdig wirkt, entwickelt sich mit Fortdauer immer mehr zum eiskalten Rache-Thriller mit beachtlichem Splatter-Niveau. Der noch dazu im Porno-Milieu angesiedelt ist. Und deren Protagonisten bzw. Racheengel ein ehemaliger Priester und ein in der Branche aufgewachsenes und dementsprechend tabuloses kleines Mädchen mit kultigem Stofftier sind. Was interessiert da noch, dass der inhaltliche Rahmen allzu naiv und auch die Erzählform alles andere als perfekt rüberkommt. "Princess" ist ein brillantes Sammelbecken an höchstgradig skurrilen und durchwegs kontroversen Überraschungen. Starker Tobak. Und das Fazit? Pornografie ist böse. Eh klar...
Princess
Regie: Anders Morgenthaler.
Animation.
Fantasy Filmfest Nights 2007
[princessmovie.com] [imdb.com]
[Fantasy Filmfest Nights 2007 in München, die Erste: "The Dead Girl"]

Mein erster Besuch beim FFF. Genauer bei den FFF Nights. Inzwischen auch schon die fünfte Ausgabe des "beliebten" Weekend-Festivals für bekennende Genrefans. Wobei sich das mit der Liebe - zumindestens in München - doch einigermaßen in Grenzen zu halten scheint, war der Kinosaal bei den beiden Vorführungen, denen ich beiwohnte, doch bestenfalls zu zwei Drittel gefüllt. Und ich machte mir im Vorfeld noch Sorgen, von wegen Reservierung und so. Wie auch immer. Es war die Mühe wert. Vor allem wegen dieses einen Films, der mir im Angebot der "sieben cineastischen Genre-Entdeckungen von der besten Angstschweiß-treibenden Seite" am unverzichtbarsten erschien: "Princess". Das Spielfilmdebut des dänischen Cartoonisten und Regisseurs Anders Morgenthaler, welches vergangenes Jahr im Rahmen der berühmt-berüchtigten Director's Fortnight in Cannes seine Premiere feierte. Und dabei für einiges Aufsehen sorgte. Von einem ultraharten Anime war da die Rede. Von einer "Geschichte, die sich tief in den Magen gräbt. Die Geschichte über den Horror einer verlorenen Unschuld."
"Als Pornostar Christina, genannt "Princess", an einer Überdosis stirbt, hinterlässt sie nicht nur Millionen trauernder Hardcore-Fans, sondern neben einer Kiste ihr illustres Leben dokumentierende Video-Tapes auch eine fünfjährige Tochter. Die kleine Mia kommt bei Christinas Bruder August unter, der sich alle Mühe gibt, dem Mädchen ein liebevolles Zuhause zu geben. Doch schnell wird ihm klar, dass hier Rettung im herkömmlichen Sinn zu spät kommt - dieses Kind hatte nie eine Kindheit. Der Anblick der abgeklärten Mia, die lieber Pornomagazine liest als Mickey Maus und Nutte spielt wie andere Kids Vater, Mutter, Kind, und deren medizinische Akte durch Vergewaltigung und Prügel so dick wie ein Telefonbuch ist, beschwört im missionarischen Gutmenschen August einen unsäglichen Hass herauf. Gemeinsam ziehen die Beiden in einen Kreuzzug gegen das Pornobusiness mit dem Ziel sämtliches "Princess"-Material auf ewig auszulöschen und jeden Peiniger Mias zur blutigen Rechenschaft zu ziehen. Ohne Gnade und mit jeder Konsequenz..." [fantasyfilmfest.com]
Die niedliche Optik dieses recht einfach gehaltenen Zeichentrickfilms mag anfangs noch täuschen. Nein, "Princess" ist definitiv nicht für Kinder geeignet, vielmehr ein Erwachsenenfilm. Adult Animation für Hartgesottene. Oder zumindestens für all jene, die im Kino so schnell nichts mehr schockieren kann. Dass "Princess" nicht gerade als “normaler” Zeichentrickfilm durchgeht, wird einem schnell klar. Da sind diese wenigen, immer wieder dazwischengeschnittenen Realszenen. Grob pixelige Handkameraaufnahmen. Da ist aber vor allem diese Geschichte. Was anfangs bloß merkwürdig wirkt, entwickelt sich mit Fortdauer immer mehr zum eiskalten Rache-Thriller mit beachtlichem Splatter-Niveau. Der noch dazu im Porno-Milieu angesiedelt ist. Und deren Protagonisten bzw. Racheengel ein ehemaliger Priester und ein in der Branche aufgewachsenes und dementsprechend tabuloses kleines Mädchen mit kultigem Stofftier sind. Was interessiert da noch, dass der inhaltliche Rahmen allzu naiv und auch die Erzählform alles andere als perfekt rüberkommt. "Princess" ist ein brillantes Sammelbecken an höchstgradig skurrilen und durchwegs kontroversen Überraschungen. Starker Tobak. Und das Fazit? Pornografie ist böse. Eh klar...

Regie: Anders Morgenthaler.
Animation.
Fantasy Filmfest Nights 2007
[princessmovie.com] [imdb.com]
[Fantasy Filmfest Nights 2007 in München, die Erste: "The Dead Girl"]
wasix - 24. Mär, 16:13 - [2007 Filme]