Fantasy Filmfest Nights 2007 in München, die Erste. "The Dead Girl" erzählt von einem Mordfall. Und den damit verbundenen Schicksalen. "One life ends. Seven others begin." Interessantes Erzählkino.

Lange vorgehabt, nun endlich in die Tat umgesetzt. Wenn (vorerst) auch nur im Rahmen des Ablegers des eigentlichen Fantasy Filmfests, welches dann im kommenden Sommer in acht deutschen Städten abgehalten werden soll. Jeweils eine Woche lang. Die FFF-Nights sind hingegen auf ein Wochenende beschränkt. Zwei lange Kinonächte mit sieben auserwählten Filmen. Mit dabei die Europa-Premiere von "The Dead Girl", wo zuallererst die beeindruckende Darstellerriege auffällt: Toni Collette, Giovanni Ribisi, Rose Byrne, James Franco, Marcia Gay Harden, Josh Brolin, Brittany Murphy. Da mag der eine oder andere Name nicht sofort zünden, hat man aber erst mal das Gesicht dazu gesehen, dann wird klar, dass einem all diese Schauspieler schon unzählige Male auf Leinwand und Fernsehbildschirm begegnet sind. Wie man solch ein Ensemble für seinen gerade mal zweiten Spielfilm gewinnen kann? Am ehesten über die Qualität des Drehbuches, welches von Regisseurin Karen Moncrieff - drehte u.a. eine Folge für die dritte Staffel von "Six Feet Under" - selbst verfasst und unlängst auch bereits bei den SDFCS Awards [>] als "Best Original Screenplay" des Jahres ausgezeichnet wurde.
"Die verweste Leiche eines Mädchens wird gefunden. Wer ist das Opfer? Was ist der grausam entstellten Unbekannten zugestoßen? [...] In einer großartigen skurrilen Anfangssequenz, die in ihrer Beklemmung von David Lynch stammen könnte, entdeckt ein von ihrer Mutter streng unterdrücktes Mauerblümchen die Tote - und schafft sozusagen im Anblick des Todes unvermittelt den Sprung in ihr eigenes Leben. In den folgenden Kapiteln lernen wir weitere am Unglück beteiligte Personen kennen: Die Medizinstudentin, die in der Frauenleiche ihre vermisste Schwester zu erkennen glaubt. Die Mutter, die auf den Spuren ihrer ermordeten Tochter Wahrheiten erkennen muss, die sie nie ihren Frieden finden werden lassen. Krasser Höhepunkt und kluger Schachzug des Thrillers ist jedoch die Vorstellung des Mörders, über dessen Charakter und Taten wir weitgehend secondhand erfahren, nämlich durch die Augen seiner Frau..." [fantasyfilmfest.com]
Ein Episodenfilm, der aus fünf Perspektiven einen Mordfall beleuchtet. Aus der Sicht einer/eines Fremden, der (vermeintlichen) Schwester, der Frau des (vermeintlichen) Täters, der Mutter der Toten und schlussendlich auch des Opfers selbst. Anfangs fehlt der Bezug zueinander. Erst mit Fortdauer der 85 Minuten setzt sich ein Puzzleteil mit dem anderen zusammen. Stück für Stück scheint sich das Gewaltverbrechen aufzuklären. Was jedoch zu einem seltsamen Psycho-Spielchen ausartet. Weil man sich selbst dabei erwischt, wie man Mutmaßungen aufstellt, diese aufgrund unerwarteter Wendungen aber immer wieder verwerfen muss. Das geht sogar soweit, dass man nicht in jedem Kapitel mit Aufklärung bedient, sondern - mit voller Absicht - schon mal ratlos zurückgelassen wird. Wie beim semioffenen Ende des Films. Wo einem zwar - mal eben so, ganz nebenbei - der Mörder des Mädchens präsentiert wird, trotzdem aber so manch Frage unbeantwortet bleibt. Was zum Nachdenken anregen soll. Und dies auch tut. Faszinierend.
The Dead Girl
Regie: Karen Moncrieff.
Mit Toni Collette, Giovanni Ribisi, Brittany Murphy.
Fantasy Filmfest Nights 2007 (OF)
[firstlookmedia.com/deadgirl]
[Fantasy Filmfest Nights 2007 in München, die Zweite: "Princess"]

Lange vorgehabt, nun endlich in die Tat umgesetzt. Wenn (vorerst) auch nur im Rahmen des Ablegers des eigentlichen Fantasy Filmfests, welches dann im kommenden Sommer in acht deutschen Städten abgehalten werden soll. Jeweils eine Woche lang. Die FFF-Nights sind hingegen auf ein Wochenende beschränkt. Zwei lange Kinonächte mit sieben auserwählten Filmen. Mit dabei die Europa-Premiere von "The Dead Girl", wo zuallererst die beeindruckende Darstellerriege auffällt: Toni Collette, Giovanni Ribisi, Rose Byrne, James Franco, Marcia Gay Harden, Josh Brolin, Brittany Murphy. Da mag der eine oder andere Name nicht sofort zünden, hat man aber erst mal das Gesicht dazu gesehen, dann wird klar, dass einem all diese Schauspieler schon unzählige Male auf Leinwand und Fernsehbildschirm begegnet sind. Wie man solch ein Ensemble für seinen gerade mal zweiten Spielfilm gewinnen kann? Am ehesten über die Qualität des Drehbuches, welches von Regisseurin Karen Moncrieff - drehte u.a. eine Folge für die dritte Staffel von "Six Feet Under" - selbst verfasst und unlängst auch bereits bei den SDFCS Awards [>] als "Best Original Screenplay" des Jahres ausgezeichnet wurde.
"Die verweste Leiche eines Mädchens wird gefunden. Wer ist das Opfer? Was ist der grausam entstellten Unbekannten zugestoßen? [...] In einer großartigen skurrilen Anfangssequenz, die in ihrer Beklemmung von David Lynch stammen könnte, entdeckt ein von ihrer Mutter streng unterdrücktes Mauerblümchen die Tote - und schafft sozusagen im Anblick des Todes unvermittelt den Sprung in ihr eigenes Leben. In den folgenden Kapiteln lernen wir weitere am Unglück beteiligte Personen kennen: Die Medizinstudentin, die in der Frauenleiche ihre vermisste Schwester zu erkennen glaubt. Die Mutter, die auf den Spuren ihrer ermordeten Tochter Wahrheiten erkennen muss, die sie nie ihren Frieden finden werden lassen. Krasser Höhepunkt und kluger Schachzug des Thrillers ist jedoch die Vorstellung des Mörders, über dessen Charakter und Taten wir weitgehend secondhand erfahren, nämlich durch die Augen seiner Frau..." [fantasyfilmfest.com]
Ein Episodenfilm, der aus fünf Perspektiven einen Mordfall beleuchtet. Aus der Sicht einer/eines Fremden, der (vermeintlichen) Schwester, der Frau des (vermeintlichen) Täters, der Mutter der Toten und schlussendlich auch des Opfers selbst. Anfangs fehlt der Bezug zueinander. Erst mit Fortdauer der 85 Minuten setzt sich ein Puzzleteil mit dem anderen zusammen. Stück für Stück scheint sich das Gewaltverbrechen aufzuklären. Was jedoch zu einem seltsamen Psycho-Spielchen ausartet. Weil man sich selbst dabei erwischt, wie man Mutmaßungen aufstellt, diese aufgrund unerwarteter Wendungen aber immer wieder verwerfen muss. Das geht sogar soweit, dass man nicht in jedem Kapitel mit Aufklärung bedient, sondern - mit voller Absicht - schon mal ratlos zurückgelassen wird. Wie beim semioffenen Ende des Films. Wo einem zwar - mal eben so, ganz nebenbei - der Mörder des Mädchens präsentiert wird, trotzdem aber so manch Frage unbeantwortet bleibt. Was zum Nachdenken anregen soll. Und dies auch tut. Faszinierend.

Regie: Karen Moncrieff.
Mit Toni Collette, Giovanni Ribisi, Brittany Murphy.
Fantasy Filmfest Nights 2007 (OF)
[firstlookmedia.com/deadgirl]
[Fantasy Filmfest Nights 2007 in München, die Zweite: "Princess"]
wasix - 21. Mär, 18:25 - [2007 Filme]