header
 
Art Film Movie about an Artist at Art School. Klingt mühsam, ist es aber nicht, offenbart sich "Art School Confidential" doch als äußerst amüsante (Fast-) Satire auf das (Möchtegern-) Künstlermilieu.

"I am a genius. I am the greatest artist of the twentieth century. I pretty much invented modern art, and I do weird abstract paintings even though I could paint totally realistic if I wanted to. Also, even though I am super short and bald, I am able to have sex with any beautiful woman I want just because I'm so great." Jerome (Max Minghella) ist felsenfest davon überzeugt: Aus ihm wird in absehbarer Zukunft ein ganz großer Kulturschaffender. Doch bevor er seinem Vorbild Picasso ebenbürtig sein kann, muss der junge Maler erst sein Studium am renommierten Strathmore Institute in NYC hinter sich bringen. Und weil er dort gerade mal sein Erstsemester begonnen hat, steht ihm noch eine Menge bevor. Unter anderem die erste Liebe, welche er während eines Kurses in dem Aktmodell Audrey (Sophia Myles) gefunden zu haben glaubt. Was folgt, ist ein erbitterter Konkurrenzkampf. Mit männlicheren Nebenbuhlern. Mit extrovertierteren Klassenkameraden. Und mit sich selbst. Nicht zu vergessen: Der "Strathmore Strangler". Ein Serienmörder, der seit dem Auftauchen von Jerome auf dem Kampus sein Unwesen treibt.

Art School Confidential"Art School Confidential" basiert lose auf dem gleichnamigen Comic von Daniel Clowes und ist dessen zweite Zusammenarbeit mit Regisseur Terry Zwigoff. Die Erste war "Ghost World" (2001). Ein zum Schmunzeln komischer Film. Ebenso - wenn nicht mehr - wie der dazwischen geratene "Bad Santa" (2003), welcher sich mit einjähriger Verspätung auch hierzulande zu soetwas wie dem ultimativen Weihnachtsfilm für alle Weihnachtsmuffel mauserte. "Art School Confidential" hingegen könnte man - mit etwas Widerwillen - durchaus als Highschool-Klamotte abtun. Zumindestens auf dem ersten Blick. Bei genauerem Hinsehen offenbart sich der fünfte Langfilm von Zwigoff jedoch als gut getarnte Satire, die sich nicht bloß mit den Eitelkeiten moderner Kunst auseinandersetzt, sondern auch noch mit den Klischees, die darüber im Umlauf sind, spielt. Als Ausübender dieser Zunft sei es vor allem wichtig anders zu sein. Provokant und unzugänglich. Eskapaden miteingeschlossen. Talent? Unnötig. Anything goes. Hauptsache Arty-Farty.

Allesamt Vorurteile, die in den gut 100 Minuten von "Art School Confidential" natürlich mit einem ganz großen Augenzwinkern dargebracht werden. Zwigoff weiß sehr wohl, dass er sich mit seiner vermeintlichen Demontage von Kunst und Künstler auf dünnes Eis begibt, gehört er doch im Grunde einer ganz ähnlichen Sparte an. Und so liegt es am Geschick des Regisseurs, dass dieser Streifen durchaus auch als - gleichermaßen unterhaltsamer und intelligenter - Außenseiter/Coming-Of-Age-Film durchgeht. Der halt rein zufällig in einer Kunsthochschule spielt und dementsprechend die dort vorrangig anzutreffende Spezies auf's Korn nimmt. Damit wird Zwigoff zwar nicht die gesamte Kritikerschar auf seine Seite bringen, aber was soll's? Die Zweideutigkeit passt. Die Pointen passen. Die Schauspieler - man beachte in den Nebenrollen John Malkovich, Steve Buscemi und Anjelica Huston - passen. Wunderbar absonderlicher Film.

Art School ConfidentialArt School Confidential
Regie: Terry Zwigoff.
Mit Max Minghella, Sophia Myles, John Malkovich.
DVD (OF)


[sonyclassics.com/artschoolconfidential] [imdb.com]

[Review: Bad Santa - Regie: Terry Zwigoff]