Ein Betriebsausflug in den Osten als Horrorkomödie made in Britain. "Severance" ist eine blutige Angelegenheit, trotz expliziter Splatter-Szenen vor allem aber eines: Witzig. Sehr witzig.

Ein britischer Fun-Splatter, allerorts verglichen mit dem wunderbaren "Shaun Of The Dead". Soetwas muss gesehen werden. Jetzt. Gleich. Sofort. Was nicht ganz so einfach ist, wenn diese Art von Filmen in den heimischen Kinos - falls überhaupt - erst Monate später anlaufen. Da kam der London-Ausflug im vergangenen Oktober mit fix eingeplantem Quasi-Vorab-Screening gerade recht. Umso ärgerlicher, wenn man wenige Tage vor dem Abflug erfährt, dass besagter Streifen nach monatelangem Dasein in den UK-Kino-Charts eben abgesetzt wurde. Mindestens genauso ärgerlich, wenn man danach auch noch damit konfrontiert wird, dass derselbe Film in Deutschland zwar bereits im November anläuft, hierzulande aber auf Ende Februar verschoben wurde. Ungerecht, das alles. Was bleibt, sind einschlägige Videotheken, die auch britische Importe anbieten. Und in genau solch einer Videothek wurde vor kurzem das Objekt der Begierde nun erstmals zum Verleih angeboten. Natürlich muss man - weil selbst kein Einzelfall - trotz Reservierung und täglichem Anruf mehr als eine Woche darauf warten. Aber was nützt in höchster Not das Herumnörgeln: Besser spät als noch später.
Der Inhalt von "Severance" ist schnell erzählt: Sieben Angestellte eines Waffenkonzerns machen zwecks Team-Building einen Betriebsausflug nach Ungarn, kommen dabei vom Weg ab und landen in der falschen Unterkunft. Den fehlenden Luxus hätte man noch verschmerzen können, als viel größeres Problem stellen sich hingegen jene dort ansässigen, geschickt getarnten und äußerst blutrünstigen Kriegsverbrecher heraus, die sich nach und nach über die Eindringliche hermachen. Um zu überleben gibt es fortan nur ein Motto: "Kill or be killed". Ein Filmstoff wie gemacht für das Fantasy Filmfest, wo "Severance" vergangenes Jahr dann auch als Eröffnungsfilm lief und sogar Weltpremiere hatte. Die Resonanz vor Genrepublikum fiel dementsprechend positiv aus. Teilweise sogar euphorisch. Und das, obwohl man im Vorfeld durchaus Zweifel haben durfte. War es doch Regisseur Christopher Smith, der uns vor zwei Jahren mit dem U-Bahn-Schocker "Creep" sein doch ziemlich durchwachsenes Erstlingswerk vorlegte. B-Horror für Hartgesottene. Nicht mehr, eher weniger.
Mit "Severance" sollte alles besser werden. Vor allem britischer. Mit dementsprechend dunkelschwarzem, oftmals auch ziemlich derbem Humor. Genau jener makabre Inselhumor, der eine Persiflage auf die Waffenlobby keinen Moment langweilig werden lässt. Erst recht nicht, wenn man auch noch klassische Schockelemente des Horrorfilms dazumischt. Auch wenn im Falle von "Severance" das Ergebnis doch zumeist unerwartete Formen annimmt. Der gut verträgliche Splatteranteil ist zwar im Stande hin und wieder das Fürchten zu lehren, regt schlussendlich aber doch zumeist eher zum Schmunzeln an. Richtig: Hier werden Füße abgetrennt, Bäuche aufgeschlitzt und Köpfe abgehackt. Und trotzdem kann man das Lachen nicht verkneifen. Einerseits bizarr-brutal, andererseits - und das zum überwiegenden Teil - herrlich witzig. So richtig schön übertrieben und durchgeknallt, dabei aber alles andere als unintelligent. Kurz: British at it's best. I was amused … äh ... "Foursome?".
Severance
Regie: Christopher Smith.
Mit Danny Dyer, Laura Harris, Tim McInnerny.
23.02.2007 / DVD (OF)
[severancethemovie.co.uk] [imdb.com]
[Review: Shaun Of The Dead - Regie: Edgar Wright]
[Review: Creep - Regie: Christopher Smith]

Ein britischer Fun-Splatter, allerorts verglichen mit dem wunderbaren "Shaun Of The Dead". Soetwas muss gesehen werden. Jetzt. Gleich. Sofort. Was nicht ganz so einfach ist, wenn diese Art von Filmen in den heimischen Kinos - falls überhaupt - erst Monate später anlaufen. Da kam der London-Ausflug im vergangenen Oktober mit fix eingeplantem Quasi-Vorab-Screening gerade recht. Umso ärgerlicher, wenn man wenige Tage vor dem Abflug erfährt, dass besagter Streifen nach monatelangem Dasein in den UK-Kino-Charts eben abgesetzt wurde. Mindestens genauso ärgerlich, wenn man danach auch noch damit konfrontiert wird, dass derselbe Film in Deutschland zwar bereits im November anläuft, hierzulande aber auf Ende Februar verschoben wurde. Ungerecht, das alles. Was bleibt, sind einschlägige Videotheken, die auch britische Importe anbieten. Und in genau solch einer Videothek wurde vor kurzem das Objekt der Begierde nun erstmals zum Verleih angeboten. Natürlich muss man - weil selbst kein Einzelfall - trotz Reservierung und täglichem Anruf mehr als eine Woche darauf warten. Aber was nützt in höchster Not das Herumnörgeln: Besser spät als noch später.
Der Inhalt von "Severance" ist schnell erzählt: Sieben Angestellte eines Waffenkonzerns machen zwecks Team-Building einen Betriebsausflug nach Ungarn, kommen dabei vom Weg ab und landen in der falschen Unterkunft. Den fehlenden Luxus hätte man noch verschmerzen können, als viel größeres Problem stellen sich hingegen jene dort ansässigen, geschickt getarnten und äußerst blutrünstigen Kriegsverbrecher heraus, die sich nach und nach über die Eindringliche hermachen. Um zu überleben gibt es fortan nur ein Motto: "Kill or be killed". Ein Filmstoff wie gemacht für das Fantasy Filmfest, wo "Severance" vergangenes Jahr dann auch als Eröffnungsfilm lief und sogar Weltpremiere hatte. Die Resonanz vor Genrepublikum fiel dementsprechend positiv aus. Teilweise sogar euphorisch. Und das, obwohl man im Vorfeld durchaus Zweifel haben durfte. War es doch Regisseur Christopher Smith, der uns vor zwei Jahren mit dem U-Bahn-Schocker "Creep" sein doch ziemlich durchwachsenes Erstlingswerk vorlegte. B-Horror für Hartgesottene. Nicht mehr, eher weniger.
Mit "Severance" sollte alles besser werden. Vor allem britischer. Mit dementsprechend dunkelschwarzem, oftmals auch ziemlich derbem Humor. Genau jener makabre Inselhumor, der eine Persiflage auf die Waffenlobby keinen Moment langweilig werden lässt. Erst recht nicht, wenn man auch noch klassische Schockelemente des Horrorfilms dazumischt. Auch wenn im Falle von "Severance" das Ergebnis doch zumeist unerwartete Formen annimmt. Der gut verträgliche Splatteranteil ist zwar im Stande hin und wieder das Fürchten zu lehren, regt schlussendlich aber doch zumeist eher zum Schmunzeln an. Richtig: Hier werden Füße abgetrennt, Bäuche aufgeschlitzt und Köpfe abgehackt. Und trotzdem kann man das Lachen nicht verkneifen. Einerseits bizarr-brutal, andererseits - und das zum überwiegenden Teil - herrlich witzig. So richtig schön übertrieben und durchgeknallt, dabei aber alles andere als unintelligent. Kurz: British at it's best. I was amused … äh ... "Foursome?".

Regie: Christopher Smith.
Mit Danny Dyer, Laura Harris, Tim McInnerny.
23.02.2007 / DVD (OF)
[severancethemovie.co.uk] [imdb.com]
[Review: Shaun Of The Dead - Regie: Edgar Wright]
[Review: Creep - Regie: Christopher Smith]
wasix - 28. Jan, 12:43 - [2007 Filme]
srocca - 28. Jan, 15:15:
Ähnlichkeiten...
Der Inhalt und auch der Humor von "Severance" erinnern mich an ein Buch namens "Be my enemy" von Christopher Brookmyre. Dort werden auch einige Personen zu einem Motivationswochenende mit Paintball-Spielen eingeladen. Doch in den umliegenden Wäldern gibt es Soldaten, die nichts Gutes im Schilde führen...
wasix - 29. Jan, 16:00:
erwischt
"alle bücher von brookmyre sind thriller, die mit viel satire und schwarzem humor gewürzt sind."