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Was der britische Gangsterstreifen "Layer Cake" mit dem altehrwürdigen James Bond gemeinsam hat? Nicht viel, könnte man meinen. Wenn da nicht diese Gerüchte wären.

Daniel Craig - Colm MeaneyVorweg ein kleiner Ausflug zum Gossip aus der Filmindustrie. Monatelang rätselt man nun schon um den "neuen" James Bond. "Casino Royale", der nächste Streifen über den britischen Geheimagenten, soll nämlich im November Drehbeginn haben und pünktlich vor Weihnachten 2006 in die heimischen Kinos kommen. Nun hat man dafür allerdings noch keinen Hauptdarsteller. Denn Pierce Brosnan soll angeblich durch einen jüngeren Schauspieler ausgetauscht werden. Kandidaten für die mögliche Nachfolge gibt es viele. Ein ganz heißer Tipp auf den Spion-Thron ist Daniel Craig. Insider behaupten, dem 37-jährigen Engländer soll von Bond-Produzentin Barbara Broccoli bereits ein Angebot für drei Filme vorliegen. Natürlich könnte sich das ganze Tohuwabohu zu guter Letzt dann doch als "taktisches Manöver" herausstellen, um für den x-ten Bond-Streifen schon mal ordentlich für Aufsehen gesorgt zu haben.

Im Zusammenhang mit "Casino Royale" - was übrigens schon einmal in den Sechzigern der Titel einer Bond-Persiflage war - machte auch das Gerücht die Runde, dass Matthew Vaughn seine zweite Regiearbeit abliefern würde. Bislang war er eher für seine Arbeit als Produzent bekannt. Zu seinen Filmen gehören "Lock, Stock and Two Smoking Barrels", "Snatch" und "Mean Machine". Allerdings auch "Swept Away". Wofür man Vaughn noch kennt, ist seine Ehe mit Claudia Schiffer. Was ihm schlussendlich auch nicht dazu verhelfen konnte, den Platz am Bond-Regiesessel einzunehmen. Ein neuer Job für Vaughn war jedoch schnell gefunden. Ein nicht minder aufsehenerregender. Denn nun soll der Beinahe-Bond-Regisseur den dritten Teil der beliebten Mutanten-Reihe "X-Men" inszenieren und damit in die Fußstapfen von Bryan Singer treten. Denn der macht lieber "Superman Returns". US-Kinostart für "X-Men 3" soll übrigens im Mai 2006 sein.

"Der beste Krimi, den ich je gelesen habe."

Die erste Regiearbeit von Matthew Vaughn bin ich noch schuldig. Ebenso jenen Streifen, in dem man Daniel Craig hierzulande als nächstes sehen kann. Aufgrund der vorangegangenen Ansammlung von Gerüchten und Fakten ist es wohl alles andere als überraschend, dass sich genau hier die Spur von Vaughn und Craig trifft. In beiden Fällen lautet die Antwort nämlich "Layer Cake". Und wenn sich Matthew Vaughn schon bald in der Blockbuster-Manie von "X-Men 3" suhlt und Daniel Craig möglicherweise nächstes Jahr die Damenwelt mit dem unwiderstehlichen Charme eines James Bond bezirzt, dann könnte diesem Film ein durchaus langes Leben in den besten Regalen der Videotheken bevorstehen. Vielleicht wird "Layer Cake" aber auch schon vorher zum Hit. Das Zeug dazu hätte der Streifen. Vorausgesetzt er kommt auch tatsächlich im Sommer dieses Jahres in unsere Kinos.

Grundlage von "Layer Cake" ist der gleichnamige Roman von J.J. Connolly. "Der beste Krimi, den ich je gelesen habe." Ein aussagekräftiges Urteil aus der Branche, stammt die Aussage doch von dem berühmten englischen Posträuber Bruce Reynolds. Wen wundert es da noch, dass Matthew Vaughn "Layer Cake" für seine erste Regiearbeit ausgesucht hat. Noch dazu konnte er Connolly überreden den Inhalt seines ersten Romans für das Drehbuch umzuschreiben und an der Verfilmung mitzuwirken. Beste Voraussetzungen.

"Nur dumme Leute glauben, dass die Polizei dumm ist."

Layer Cake"Layer Cake" erzählt die Geschichte eines Drogendealers (Daniel Craig) im kriminellen London der Neunziger Jahre. Sein Name bleibt unbekannt. Von seiner Person erfährt man nur, dass er nach gewissen Prinzipien vorgeht ("Nur dumme Leute glauben, dass die Polizei dumm ist.") und einer jener cleveren Verbrecher ist, die sich nur ungern die Hände schmutzig machen. Stattdessen wartet er nur darauf, bis genug Geld zur Seite geschafft ist, um aussteigen und ein geruhsames Leben am Land führen zu können. Doch als ihn sein Boss darum bittet, die vermisste Tochter eines zwielichtigen Bauunternehmers aufzuspüren und gleichzeitig in Amsterdam einem berüchtigten Ganoven eine große Ladung Ecstasypillen entwendet wird, muss der namenlose Protagonist tiefer in die Unterwelt eindringen, als ihm lieb ist.

Eines steht fest: Genre-Fans werden an "Layer Cake" ihre Freude haben. Auch wenn die Story nicht gerade viel Neues zu bieten hat, die komplexe Erzählstruktur für so manche Verwirrung sorgt und mit den für britische Filme typischen komödiantischen Einlagen eher gespart wird. Ein gewisses Maß an tiefschwarzem Humor wird dem Zuschauer trotzdem geboten. Oder wie beschreibt man eine Szene, wo eine brutale Schlägerei mit "Ordinary World" von Duran Duran untermalt wird. Zweifelsohne ist Vaughn mit "Layer Cake" ein unterhaltsamer Film gelungen. Das beginnt mit dem knapp zehn Minuten langen Vorspann, wo der Zuschauer vom Hauptakteur des Streifens in dessen Welt zwischen Drogen und Verbrechen eingeführt wird, und endet in einer wahrhaftig großartigen Schlussszene, die bei einer Hollywood-Produktion wohl kaum so ausgesehen hätte. Was kann man mehr erwarten?

Layer CakeLayer Cake
Regie: Matthew Vaughn.
Mit Daniel Craig, Colm Meaney, Kenneth Cranham.
DVD (OF)


[sonyclassics.com/layercake]
srocca - 20. Mai, 22:02:
Daniel Craig
Er würde wahrscheinlich einen guten Bond abgeben. Obwohl er, glaube ich, der erste blonde 007 wäre. 
wasix - 20. Mai, 23:09:
blondes have more fun
wird ja dann wohl auch zeit...