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Warum "The Ring Two" als groß beworbener Blockbuster enttäuschen muss und der DVD-Release von "The Final Cut" keinesfalls übersehen werden sollte.

Filmverleihe und die Logik. Ein eigenes Kapitel in der unüberschaubaren Kino-Landschaft. Obwohl es der interessierten Kundschaft mit dem Bewahren der Übersicht inmitten des heimischen Multiplex-Overkills in letzter Zeit nicht gerade schwer gemacht wird. Vorausgesetzt man streicht als regelmäßiger User geschmackssicher den offensichtlichen Schwachsinn im Programm weg und führt sich nur jene Blockbuster zu Gemüte, die in irgendeiner Form für Qualität bürgen könnten. "The Ring Two" wäre solch ein Beispiel. Doch so manch sehenswerter Streifen, der in Deutschland über die Leinwände läuft und durchaus positive Kritiken aufweisen kann, findet in österreichischen Kinos keine Berücksichtigung. Oder erst mit unerklärlicher Verspätung. Bei "The Machinist" war das so. Meistens bleibt einem aber ohnehin nur das Warten auf den DVD-Release. Egal ob als Import oder im regulären Verleih. Wer kleine Filmperlen nicht übersehen will, der muss dann schon mal den Weg zum Videothekar seines Vertrauens antreten. Und das möglicherweise sogar des öfteren. Nämlich dann, wenn im Regal gerade mal zwei, drei Exemplare zu finden, diese in den ersten Wochen nach Veröffentlichung aber stets verliehen sind. Bei einem Streifen wie "The Final Cut" sollte man in solch einem Fall allerdings hartnäckig bleiben. Es lohnt sich.

Die Rückkehr des Racheengels.

Samara aus dem BrunnenJapanischer Regisseur macht Remake seines eigenen Filmes. Finanziert mit Geld aus Hollywood. Eine Formel, die dieses Jahr besonders angesagt zu sein scheint. "The Grudge" war ein Beispiel dafür. "The Ring Two" ist ein weiteres. Führte im ersten Teil noch der Amerikaner Gore Verbinski Regie, so machte sich bei der Fortsetzung nun Hideo Nakata höchstpersönlich ans Werk. Das hat zur Folge, dass der zweite Teil von "The Ring" weniger auf Schockeffekte und mehrheitlich auf die Story setzt, ändert aber nichts daran, dass der Fluch ein weiteres Mal unaufhaltsam seinen Lauf nimmt.

Sechs Monate sind vergangen, seit die Journalistin Rachel Keller (Naomi Watts) und ihr Sohn Aidan (David Dorfman) von der untoten Samara fast in den Tod getrieben wurden. Durch den Umzug in ein kleines abgelegenes Städtchen erhoffen sich die Beiden den schrecklichen Alptraum hinter sich zu lassen. Keine rätselhaften Todesserien. Keine flimmerden Videos. Endlich Frieden. Denkste. Als Rachel von dem rätselhaften Todesfall eines Jugendlichen erfährt, wird ihr schnell klar, dass Samara sie gefunden hat. Das schwarzhaarige Mädchen ist erneut aus dem Brunnen gestiegen. Und diesmal will sie endgültig Teil der realen Welt werden. Noch dazu im Körper von Aidan.

"The Ring Two" hat den Nachteil der meisten Sequels: Es fehlt am Überraschungseffekt. Weil man genau weiß, was einen erwartet, kommt der Streifen spannungsmäßig leider nicht an den ersten Teil heran. Natürlich gibt es auch diesmal einige Szenen, wo man schon mal zusammenzucken kann. Wirklich schocken konnte mich "The Ring Two" allerdings nicht. Was bleibt ist eine solide Fortsetzung. Nicht mehr. Wenn es nach dem japanischen Original geht, dann steht uns in absehbarer Zukunft ohnehin noch ein Prequel der "The Ring"-Reihe bevor. Hoffentlich mit etwas mehr Grusel.

Ein Leben auf Video.

Robin WilliamsVor gar nicht allzu langer Zeit war Robin Williams noch auf Komödien abonniert. Schauspielerisches Talent konnte man ihm schon damals nicht absprechen. Aufgrund der allzu humorvollen Rollen wurde dies allerdings nur selten gewürdigt. Dafür musste er schon mehr wagen und sein Können im etwas düsteren Genre unter Beweis stellen. Was Robin Williams mit Filmen wie "One Hour Photo" und "Insomnia" dann auch getan hat. Und siehe da: Das Bild des einstigen Clowns veränderte sich mit einem Schlag. Der bemitleidenswerte, dabei allerdings brandgefährliche Weirdo war geboren.

Mit "The Final Cut" setzt Robin Williams diesen Weg fort. Er spielt den Cutter Alan Hackman, dessen Job es ist, nach dem Tod eines Menschen für dessen Hinterbliebene ein Video zusammenzustellen, das den Verstorbenen im besten Licht erscheinen lassen soll. Möglich gemacht wird soetwas durch ein Implantat, dem sogenannten Zoe-Chip, der den Betroffenen bereits bei dessen Geburt eingesetzt wird. Jedes kleinste Detail wird danach aufgezeichnet. Nichts ausgelassen. Keine Peinlichkeit. Selbst Verbrechen werden auf dem Chip gespeichert. Alan gilt als Bester seines Faches. Er ist im Stande sogar den miesesten Typen gut aussehen zu lassen. Als er jedoch die Biographie des Zoe-Konzernchefs aufpolieren soll, ändert sich sein Leben schlagartig. Alan wird von Bürgerrechtlern bedrängt und eigenen, traumatischen Erinnerungen verfolgt. Es beginnt die Jagd nach Erinnerungen.

Robin Williams spielt grandios. Er trägt den Film. Doch auch abseits dessen ist "The Final Cut" äußerst sehenswert. Daran ändern auch einige Logikmängel nichts. Vor allem mit der eindringlichen Geschichte weiß Newcomer-Regisseur Omar Naim zu überzeugen. Die gezeigte Zukunftsvision regt zum Nachdenken an. Gleichzeitig verzichtet er jedoch auf die bei Sci-Fi-Filmen übliche Materialschlacht. Und das ist gut so.

The Ring TwoThe Ring Two
Regie: Hideo Nakata.
Mit Naomi Watts, David Dorfman, Simon Baker.
01.04.2005


[thering2-themovie.com]

The Final CutThe Final Cut
Regie: Omar Naim.
Mit Robin Williams, Mira Sorvino, James Caviezel.
DVD


[finalcutfilm.com]
srocca - 24. Apr, 14:15:
Final Cut
Mir ist aufgefallen, dass die DVD im Cinema ziemlich schlecht bewertet ist. Verstehe ich nicht ganz. Die Idee die hinter der Story steckt ist großartig, Robin Williams hat toll gespielt und im Gegensatz zu den Cinema Redakteuren habe ich Final Cut auch spannend gefunden. 
wasix - 24. Apr, 15:20:
cinema
mit den bewertungen im cinema ist das immer so 'ne sache. die gehen da ihren eigenen weg. der allerdings oftmals nur schwer nachzuvollziehen ist. nur soviel: wäre "final cut" ein deutscher streifen, er würde wohl als innovatives meisterwerk abgefeiert werden. so ist das cinema halt. geschmäcker sind verschieden. und das ist auch gut so...