Motto: Egal wie, Hauptsache man bringt sich ins Gespräch. Unabhängig davon: The Raconteurs' "Consolers Of The Lonely" gehört zu den besseren Alben, die man 2008 zu Ohren bekommt.

The Raconteurs haben ein neues Album veröffentlicht. Mal eben so, nebenbei. Jedenfalls hat man den Eindruck. Nicht aufgrund des musikalischen Inhaltes, der einem mit "Consolers Of The Lonely" vorliegt, vielmehr wegen der (noch) eher unüblichen Veröffentlichungspolitik der zweiten Raconteurs-LP. Natürlich wusste man, dass die Band am Nachfolger zu "Broken Boy Soldiers" arbeitete, dessen Veröffentlichung auch ganz offiziell für Frühjahr 2008 angesetzt war. Was hingegen überraschte, eben auf jenen vermeintlichen Schnellschuss schließen ließ, war, dass die ganze Welt erst eine Woche vor Release mit dem genauen Datum konfrontiert wurde. Wie bereits erwähnt: Mal eben so, nebenbei. Was nach angesagtem kommerziellen Selbstmord riecht, bei einer nicht gänzlich unbekannten Band in Zeiten wie diesen aber durchaus funktionieren kann. Denn kaum war die Meldung draußen, schon lief die Maschinerie auf Hochtouren. Das Interesse war schnell geschürt. Da reichte auch eine mikrige Woche. Unabhängig davon, dass die Herren Keeler, Benson, White und Lawrence erst mit VÖ in die Promotion-Aktivitäten miteinstiegen.
Dabei ging das ursprüngliche Vorhaben des Quartetts um einiges weiter. So wollte man das gerade mal vor drei Wochen fertiggestellte Album zuerst gar nicht ankündigen, sondern einfach so zum Download anbieten bzw. gleich in die Plattenläden stellen. Ersteres ist heutzutage mehrfach erprobt, stellt nur noch geringe Probleme dar. Ganz im Gegenteil zu Zweiterem. Nicht, dass die Bosse von XL-Records damit ein Problem gehabt hätten. Ein guter Gag ist das Eine, ein noch nicht dagewesener das Andere. Das Hindernis waren die Plattenläden selbst. Sie gehören informiert, müssen bestellen, sollten bei einem solchen Vorhaben auch dichthalten. Was unter einen Hut zu bringen aussichtlos schien. Folglich einigte man sich auf die Bekanntgabe am 17. März 2008. Umso bemerkenswerter, dass genau das, was einer wie Mr. White III mit diesem Prozedere wohl verhindern wollte, trotz minimaler Zeitspanne eingetreten ist. Vier Tage danach bzw. vier Tage davor, also am Freitag, den 21. März, war "Consolers Of The Lonely" auf aller Interessierter Festspeicherplatten gelandet. Dank iTunes, P2P, BitTorrent, Sharehoster.
Radiohead ist es so ergangen. Ebenso Nine Inch Nails. Warum sollte es bei den Raconteurs anders sein? Sie alle suchten nach neuen Wegen, haben diese auch gefunden. Und bei ihnen allen wurde zuallererst von der revolutionären Blitzveröffentlichung der Musik, allerdings eher nebenbei von der Musik selbst berichtet. Zu wenig verlockend, dies hier zu korrigieren. Auch wenn The Raconteurs mit "Consolers Of The Lonely" ein mindestens ebenso bemerkenswertes musikalisches Statement gelungen ist. Eines, das im Vergleich zum klassischen Pop/Rock ohne Schnickschnack des Vorgängers um einiges verspielter rüberkommt, mancherorts vollkommen zu recht als weniger straighte, dafür umso unbeschwertere und befreitere - man nenne es ruhig chaotischere - Reminiszenz an Siebziger-Jahre-Klassiker von Led Zeppelin und The Who hingestellt wird. Kein Wunder, dass die Spieldauer von bescheidene 34 Minuten des Erstversuchs auf fast schon oppulente 55 Minuten aufgestockt wurde. More Americana. More Blues. More Rock N' Roll. More White Stripes. In diesem Sinne: Sign up for free alerts! Denn aufgepasst, die Nächste von Jack & Meg wird kommen. Mal eben so, nebenbei.
The Raconteurs
Consolers Of The Lonely
24.03.2008
[theraconteurs.com]
[myspace.com/theraconteurs]
[Review: The Raconteurs - Broken Boy Soldiers]
[The Raconteurs @ Arena, Wien - 26.06.2006]

The Raconteurs haben ein neues Album veröffentlicht. Mal eben so, nebenbei. Jedenfalls hat man den Eindruck. Nicht aufgrund des musikalischen Inhaltes, der einem mit "Consolers Of The Lonely" vorliegt, vielmehr wegen der (noch) eher unüblichen Veröffentlichungspolitik der zweiten Raconteurs-LP. Natürlich wusste man, dass die Band am Nachfolger zu "Broken Boy Soldiers" arbeitete, dessen Veröffentlichung auch ganz offiziell für Frühjahr 2008 angesetzt war. Was hingegen überraschte, eben auf jenen vermeintlichen Schnellschuss schließen ließ, war, dass die ganze Welt erst eine Woche vor Release mit dem genauen Datum konfrontiert wurde. Wie bereits erwähnt: Mal eben so, nebenbei. Was nach angesagtem kommerziellen Selbstmord riecht, bei einer nicht gänzlich unbekannten Band in Zeiten wie diesen aber durchaus funktionieren kann. Denn kaum war die Meldung draußen, schon lief die Maschinerie auf Hochtouren. Das Interesse war schnell geschürt. Da reichte auch eine mikrige Woche. Unabhängig davon, dass die Herren Keeler, Benson, White und Lawrence erst mit VÖ in die Promotion-Aktivitäten miteinstiegen.
Dabei ging das ursprüngliche Vorhaben des Quartetts um einiges weiter. So wollte man das gerade mal vor drei Wochen fertiggestellte Album zuerst gar nicht ankündigen, sondern einfach so zum Download anbieten bzw. gleich in die Plattenläden stellen. Ersteres ist heutzutage mehrfach erprobt, stellt nur noch geringe Probleme dar. Ganz im Gegenteil zu Zweiterem. Nicht, dass die Bosse von XL-Records damit ein Problem gehabt hätten. Ein guter Gag ist das Eine, ein noch nicht dagewesener das Andere. Das Hindernis waren die Plattenläden selbst. Sie gehören informiert, müssen bestellen, sollten bei einem solchen Vorhaben auch dichthalten. Was unter einen Hut zu bringen aussichtlos schien. Folglich einigte man sich auf die Bekanntgabe am 17. März 2008. Umso bemerkenswerter, dass genau das, was einer wie Mr. White III mit diesem Prozedere wohl verhindern wollte, trotz minimaler Zeitspanne eingetreten ist. Vier Tage danach bzw. vier Tage davor, also am Freitag, den 21. März, war "Consolers Of The Lonely" auf aller Interessierter Festspeicherplatten gelandet. Dank iTunes, P2P, BitTorrent, Sharehoster.
Radiohead ist es so ergangen. Ebenso Nine Inch Nails. Warum sollte es bei den Raconteurs anders sein? Sie alle suchten nach neuen Wegen, haben diese auch gefunden. Und bei ihnen allen wurde zuallererst von der revolutionären Blitzveröffentlichung der Musik, allerdings eher nebenbei von der Musik selbst berichtet. Zu wenig verlockend, dies hier zu korrigieren. Auch wenn The Raconteurs mit "Consolers Of The Lonely" ein mindestens ebenso bemerkenswertes musikalisches Statement gelungen ist. Eines, das im Vergleich zum klassischen Pop/Rock ohne Schnickschnack des Vorgängers um einiges verspielter rüberkommt, mancherorts vollkommen zu recht als weniger straighte, dafür umso unbeschwertere und befreitere - man nenne es ruhig chaotischere - Reminiszenz an Siebziger-Jahre-Klassiker von Led Zeppelin und The Who hingestellt wird. Kein Wunder, dass die Spieldauer von bescheidene 34 Minuten des Erstversuchs auf fast schon oppulente 55 Minuten aufgestockt wurde. More Americana. More Blues. More Rock N' Roll. More White Stripes. In diesem Sinne: Sign up for free alerts! Denn aufgepasst, die Nächste von Jack & Meg wird kommen. Mal eben so, nebenbei.

Consolers Of The Lonely
24.03.2008
[theraconteurs.com]
[myspace.com/theraconteurs]
[Review: The Raconteurs - Broken Boy Soldiers]
[The Raconteurs @ Arena, Wien - 26.06.2006]
wasix - 10. Apr, 21:12 - [2008 Platten]