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Eagle*Seagull / Friska Viljor @ Flex. Die wunderbaren Fast-Kanadier waren auf Besuch in Wien. Zwar sollte es mehrere Monate dauern, dafür brachten sie feuchtfröhliche Schweden mit.

Eagle*SeagullEs gibt sie noch, die Bands, die Versprechen einhalten und abgesagte Konzerte nachholen. Eagle*Seagull sind so eine Band. Eigentlich hätte das Sextett - man könnte meinen, sie entstammen Kanadas allgegenwärtiger Musikszene, kommen jedoch aus dem fast ebenso fernen Nebraska - bereits im Herbst letzten Jahres ihr erstes Wien-Gastspiel absolvieren sollen. Nur kam ihnen damals aber der Erfolg ihres Debutalbums dazwischen. Der selbstbetitelte Erstling avancierte - vor allem für Freunde des guten Indie-Pop/Rock - zu einer der Pflicht-Platten des letzten Jahres. Und so musste umdisponiert, die bereits fix geplante Europa-Tournee nach hinten verschoben werden. Soetwas passiert. Das Problem: Meist wird nach Absagen zwar groß angekündigt, aber nur in den seltensten Fällen dann auch eingehalten. Nicht so bei Eagle*Seagull. Spielte man gestern noch in München, ging es morgen auch schon Richtung Salzburg. Und dazwischen eben das nachgeholte Konzert im Wiener Flex.

Jedenfalls hat sich das Warten gelohnt. Mit ein Grund dafür war jene (Vor-) Band, die Eagle*Seagull quer durch Europa begleitet. Friska Viljor mögen aufgrund ihrer schwedischen Herkunft zwar einen etwas ungewöhnlichen Namen haben, bevorzugen jedoch ihr Liedgut in Englisch zu singen. Doch keine Sorge: Friska Viljor sind weit davon entfernt wie der neueste Brit-Pop-Aufguss zu klingen. Im Gegenteil. Hier wird man mit etwas ganz Eigenem konfrontiert. Verschroben-spröden Folk mit Hang zum gepflegten Trinklied kennt man. Ebenso, dass man solches Liedgut ohne weiteres im weißen Unterleiberl vortragen darf. Auch wenn der üblicherweise darunter versteckte Bierbauch fehlt. Egal. Der Unterschied: Friska Viljor schaffen es auch unter diesen Umständen auf charmant proletarische Art zu gefallen. Wer einem dermaßen sympathisch ein leidendes La-La-La vorsingt, der kann nur ein Guter sein. Und so pilgerten nach dem außerordentlich spielfreudigen Auftritt dann auch jede Menge Anwesende zum Merchandise-Stand um das in Kürze auch hierzulande erscheinende Debutalbum der angenehm merkwürdigen Nordländer käuflich zu erwerben. Bravo!

Kurze Umbaupausen sind etwas Tolles. Erst recht nach einer Rarität wie einem gelungenen Gig einer Vorband. Und so sollte es nicht mal zehn Minuten dauern, bis Eli Mardock - seines Zeichens Gründer, Songwriter, Sänger und Keyboarder - und Band auch schon die ersten Töne anstimmten. Man durfte gespannt sein, wie Eagle*Seagull ihr Album in den Live-Kontext transportieren würden. Ebenso perfektionistisch? Neu überarbeitet? Gar noch besser als auf Platte? Nur soviel: Eagle*Seagull wussten zu überzeugen, wenn auch nicht gerade zu überraschen. Vielleicht hätten die fünf Sonderlinge plus weiblichem Aufputz - mit gekonnt laszivem Richtung-Decke-Blick - an der Violine doch mehr riskieren sollen. Nicht, dass es an ihrer Performance groß etwas auszusetzen gab. Erst recht nicht an den eingestreuten Gastauftritten diverser Friska Viljor-Menschen. Nur sollte solch eindrucksvolle Musik, wie sie Eagle*Seagull auf Tonträger gebannt haben, im Stande sein live etwas mehr anzurichten, als es an diesem Abend der Fall war. Hätte die hübsche Violinistin doch bloß einmal ins Publikum gelächelt.

Eagle*Seagull / Friska Viljor
15.02.2007 - Flex, Wien.


[eagleseagull.com] [myspace.com/eagleseagull]
[friskaviljor.net] [myspace.com/friskaviljor]
packerl (Gast) - 17. Feb, 09:45:
styling
irgendwann im lauf des konzerts ist mir aufgefallen wie exakt die kleidung jedes einzelnen mit seinem instrument übereingestimmt hat. fuenf farbliche und gesamtoptische einzelne einheiten irgendwie. von da an haben sie mich bei jedem instrumentewechsel ganz durcheinandergebracht ;)

wenn das publikum vielleicht ein bisschen mehr wie friska viljor spass am konzert gehabt haette, wäre es uebrigens noch feiner gewesen. aber ich muss zugeben, am faden publikum war ich diesmal nicht ganz unbeteiligt. 
packerl (Gast) - 17. Feb, 10:02:
fuenf hab ich geschrieben? sechs gemeint. 
wasix - 17. Feb, 13:38:
siehste...
das mit der farblichen übereinstimmung ist mir gar nicht aufgefallen. wahrscheinlich hab ich dann doch zumeist auf die blonde violinistin geschaut... ;-)

p.s.: auch ich war einer der faden, der irgendwo in einer ecke gelehnt ist. dabei hätten es sich fv verdient, dass man quer durch die halle getanzt wäre. nun ja... 
dogma2 - 17. Feb, 13:58:
was soll man noch sagen. dein eintrag spiegelt exakt meine meinung wieder.
friska viljor rennt bei mir rauf und runter! ich mag solch überraschende vorbands. mit hyperaktiven bassisten und sängern die von der ferne an kid rock erinnern.
jaja die hübsche geigen-frau. ich mochte ihre decken blicke. hab dort allerdings nicht wirklich was gefunden auf das man so oft blicken könnte. man hätte sie doch auch mehr singen lassen können oder? ich fand ihre stimme am schluss ganz nett!
ach ja: ihre kleidung hat nicht wirklich zum instrument gepasst. nicht ganz, das oberteil war ja blau.
die umbaupausen fand ich toll. archives "fuck you" und bloc party. und nacher rennt die gleiche cd. nett.

zu "the good the bad and the queen": ich finds teilweise wirklich eintönig. ab und zu etwas clashiges dann wieder bluriges verwirrt mich. nichtsdestotrotz: paul und damon gemeinsam ist hörenswert.

zu "a weekend in the city": das erste hören war ungewohnt. beim zweiten war ich wieder in bloc party. verliebt. kele ist nur etwas älter als ich deshalb identifiziere ich mich mit den lyrics manchmal so sehr, dass es manchmal wehtut (i still remember, the prayer, on). dieses von der aggression und wut gegen die welt (silent alarm) hin zur traurigkeit und beginnenden akzeptanz des andersseins. so klingt die großstadt.

lg 
wasix - 17. Feb, 15:12:
re: zu "a weekend in the city"
da gibt's inzwischen auch einen - bemerkenswert umfangreichen - bonus ... [>] 
dogma2 - 17. Feb, 19:18:
aber mein geburtstag ist doch erst in 2 monaten .... :)
die b-seiten find ich super, der remix-stuff is nicht so mein fall. liebe ich lieder finde ich remixes davon meist blasphemisch!