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Animal Collective @ Arena. Einer der raren Live-Gigs der spannendsten Noise-Popper dieser Tage. Und tatsächlich, man bekam ihn, den ganz normalen Wahnsinn. "New Weird America at its best..."

"Wie bei einem Rave" soll es gewesen sein, "nur dass einem die Musik nicht bereits nach kurzer Zeit tierisch nervte." Auf den Punkt gebracht: "Heftig schön war es." Meinungen zum ersten Wien-Gastspiel vom Animal Collective, geschehen am Sonntag, den 29. Juli 2007. Eigentlich ein Pflichtkonzert, hätte mir eine Terminkollision nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht. Weil zeitgleich doch der bereits seit längerem anvisierte Besuch beim Fantasy Filmfest angesetzt war. Folglich also jenes ärgerliche Versäumnis, zumal damals noch befürchtet, dass der von New York aus operierende Vierer so schnell nicht zurückkehren würde. Wer konnte schon damit rechnen, dass die hippsten Querdenker der aktuellen Musikszene bereits knapp 15 Monate danach für zehn Konzerte Ost-Europa bespielen würden? Berlin, Warschau, Kattowitz, Prag, Ljubljana, Bratislava, Zagreb, Belgrad, Skopje und mittendrin auch wieder Wien. Abermals in der großen Halle in der Arena. Danke.

Avey Tare (Animal Collective)Dass bei einer Band wie dem Animal Collective die 1000er-Spielstätte nicht bis zum Bersten gefüllt war, überraschte nicht wirklich. Bestenfalls zwei Drittel des Fassungsvermögens werden es wohl gewesen sein, die sich nach der zwischen Noise, Drone und Ambient angesiedelten Ein-Mann-Performance von Karl Bauer aka Axolotl - "I have never played with Black Dice" - vor Ort eingefunden haben. Zu einem Konzert, dessen akustisch Dargebrachtes mit Songtiteln gleichzusetzen meine Möglichkeiten eindeutig überschritt. Okay, ich besitze nicht alles, aber doch einige Alben und EP's. Zumeist hatte ich dann aber doch keine Ahnung, was gerade gespielt wurde. Nur soviel: Elf Songs in 90 Minuten, bis auf zwei kurze Pausen - nach dem auch im Live-Kontext famosen "Peacebone" und vor den drei Zugaben - nahtlos als so eine Art Megamix zum Besten gegeben. Wobei mir aus ihrer jüngeren Diskografie wenigstens "Who Could Win A Rabbit" und "Leaf House" vom 2004er-Album "Sung Tongs" und "Fireworks" vom letztjährigen "Strawberry Jam" aufgefallen sind. Immerhin, denn früher soll alles noch viel schlimmer gewesen sein.

Das Animal Collective präsentierte sich an diesem Abend als Trio, nicht wie zuletzt als Quartett. Vom Auditorium aus beobachtet, sah das von links nach rechts wie folgt aus: Brian Weitz aka Geologist ("electronics and mixing"), David Portner aka Avey Tare ("guitar and vocals") und Noah Lennox aka Panda Bear ("percussion, samplers and vocals"). Dass Josh Dibb aka Deakin (üblicherweise "guitar and vocals") diesmal nicht dabei war, änderte wohl kaum etwas am optischen Erscheinungsbild. Es blieb ein wüster Wirr-Warr aus unterschiedlichstem elektronischen Equipment: Mischpulte, Keyboards, Sampler, Effektgeräte, Mikros, Percussions, E-Gitarren. Dazu ein Kabelhaufen, der Seinesgleichen suchte. Dementsprechend der Breitwandsound mit eindeutigen Rave-Tendenzen. Da mag hin und wieder Indie-Pop, Psychedelica und Worldbeat durchgeklungen sein, im Wesentlichen agierte der Dreier jedoch nach Vorbild eines DJ-Sets. Wenn auch keinen Moment vorhersehbar, weil stets auf Weirdness bedacht. Soviel zum Unterschied des Live-Gebarens herkömmlicher Electronic-Acts. Nun ja, die im Bühnenhintergund in wechselnden Farben zuckenden Lichtsäulen durften an diesem Abend auch beim Animal Collective nicht fehlen.

Animal Collective / Axolotl
15.10.2008 - Arena, Wien.


[myanimalhome.net] [myspace.com/animalcollectivetheband]
[myspace.com/axolotl]

[Review: Animal Collective - Feels]
[Review: Animal Collective - Strawberry Jam]

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