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"The most original, exhilarating, spectacular, groundbreaking motion picture of the year." Nun lief das Beatles-Musical "Across The Universe" aber bereits 2007 in aller Welts Kinos. Ausnahme: Österreich.

Jim Sturgess in "Across The Universe"

Die erste Szene des Films: Man sieht einen jungen Mann an einem menschenleeren Strand im Sand sitzen. Er richtet seinen Blick auf die Kamera, beginnt die erste Strophe aus "Girl" zu singen: "Is there anybody going to listen to my story all about the girl who came to stay? She's the kind of girl you want so much it makes you sorry. Still you don't regret a single day. Ah girl. Girl." Es sollte keine Minute dauern, schon war ich mir sicher, dass es mit jenem verfilmten Beatles-Musical doch tatsächlich klappen würde. Herzzerreißender als mit Song #9 aus dem "Rubber Soul"-Album hätte "Across The Universe" gar nicht beginnen können. Einhergehend mit der Gewissheit: Da will man nicht einfach nur die Beatles kopieren, da wurde auf gleichermaßen kreative und interessante Weise umarrangiert. Da passt auch die Stimme von Jim Sturgess, ebenso wie dessen bubenhafter Charme. Wenn man dann auch noch das Wagnis eingegangen ist, eine Liebesgeschichte tragisch enden zu lassen...

"Within the lyrics of the world's most famous songs, lives a story that has never been told. Until now." Da hat sich "Frida"-Regisseurin Julie Taymor doch tatsächlich darauf eingelassen, aus unzähligen Beatles-Kompositionen 30 Songs herauszupicken und anhand deren Lyrics eine Geschichte im Spielfilmformat zu erzählen. Eine Geschichte, die in den Jahren 1963 bis 1969 handelt, im Film jedoch auf zwei Jahre komprimiert wurde. Eine Geschichte, die allerdings nicht nur die "Swinging Sixties" widerspiegelt, sondern auch ein politisches Panorama von damals - Protestbewegungen gegen den Vietnam-Krieg, Rassenunruhen - zeigt. Eine Geschichte, die vor allem aber von Jude (Jim Sturgess) und Lucy (Evan Rachel Wood) erzählt. Der junge Hafenarbeiter aus Liverpool, der von England nach Amerika reist, um seinen Vater zu finden, dort auf den Studenten Max (Joe Anderson) trifft und sich folgeschwer in dessen Schwester verliebt.

Man beachte die Namesgebung: Jude, Lucy, Max, hinzu kommen Sadie, JoJo, Prudence, Martha, Julia, Rita, Dr. Robert, Mr. Kite. Allesamt Charaktere aus Beatles-Songs. Nicht zu vergessen die unzähligen Referenzen aus Liedtexten und Filmen der "Fab Four". Ebenso wie die Gastauftritte von Joe Cocker (singt "Come Together"), Bono Vox (singt "I Am The Walrus") und Salma Hayek (singt zwar nicht, dafür gibt es sie als fünffache Krankenschwester zu bestaunen). All das gebettet in ein visuell grandios in Szene gesetztes und vor unbändiger Fantasie nur so überquillendes Musical-Spektakel, das einem wieder einmal bewusst macht, welch großartige Lieder immenser Bandbreite von den Beatles stammen. Dass die Story inmitten dieser wunderbar versponnenen und hochemotionalen 128 Minuten nicht immer vollends durchdacht, für den Betrachter nachvollziehbar rüberkommt, ist Nebensache. Natürlich kann man über die Sprunghaftigkeit des Streifens nörgeln, nur ist man dann selbst schuld, hat sich eben nicht gebührend fallen lassen. Ob es in "Across The Universe" nun wirklich das erwartet tragische Ende zu betrauern gibt? Egal. Weil Filmstoff für die Ewigkeit. Wenn auch bloß für Beatles-Nostalgiker. PS: All you need is love... ;-)

Across The UniverseAcross The Universe
Regie: Julie Taymor.
Mit Jim Sturgess, Evan Rachel Wood, Joe Anderson.
DVD


[sonypictures.com/movies/acrosstheuniverse] [imdb.com]