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Viennale 2007, die Vierte: Der neueste Streich des Lieblings aller alteingesessenen Zombie-Experten. George A. Romero's "Diary Of The Dead" ist der Beweis: Der Altmeister kann es noch.

2005 war das Jahr seiner Rückkehr ins Reich der Untoten. Einhergehend mit der Erkenntnis, dass der Erfinder des Genres in den 20 Jahren seiner Abwesenheit doch etwas an Kredit einbüßen musste. "Land Of The Dead" war kein schlechter Film. Noch weniger allerdings jenes ultimative Zombie-Meisterwerk, als das es damals angekündigt wurde. Grundsolide, gehobene Durchschnittskost, die uns George A. Romero da auftischte. Durchaus von einer gewissen Weiterentwicklung gekennzeichnet, allerdings mit zuviel altertümlichem Charme behaftet, als dass es "Land Of The Dead" auch nur ansatzweise mit dem im Jahr davor angelaufenen Regie-Debut von Zack Snyder aufnehmen hätte können. Dessen Remake des Romero-Klassikers "Dawn Of The Dead" kam da schon wesentlich furchterregender rüber. Ich weiß: Der Stil des Altmeisters ist ein anderer. Geprägt von schwarzem Humor und der stets präsenten Auseinandersetzung mit gesellschaftskritischen Themen. Nur eines sollte einem als Betrachter eines Zombie-Streifens keinesfalls überkommen: Mitleid mit den Protagonisten. Bei "Land Of The Dead" war es so.

Diary Of The DeadZwei Jahre später nun also der erneute Versuch dem eigenen Heldenstatus gerecht zu werden. Vielleicht wollte er mit "Land Of The Dead" bloß die neuverteilten Besitzansprüche im vernachlässigten Territorium ausloten? Vielleicht musste er auch einfach erst wieder in die Gänge kommen? Romero kann in seinen Mitte/Spät-Sechzigern angekommen doch unmöglich an Reiz verloren haben. Hat er auch nicht. "Diary Of The Dead" ist der Beweis dafür. Nicht, dass man es im Gegensatz zum halbgaren Vorgänger mit einem Schocker zu tun hätte, der im Stande ist Angst und Schrecken zu verbreiten. Nein, auch "Diary Of The Dead" ist weit davon entfernt. Auch wenn sich da doch einige unerwartete Schockmomente hineingemogelt haben. Jedenfalls mehr als bei "Land Of The Dead". Was Romeros insgesamt fünften Zombie-Film jedoch wirklich sehenswert macht, ist seine Machart. Wobei man sich durchaus an die Viennale 1999 erinnert fühlen darf, an verwackelte Handkameraaufnahmen und einen Wald voller böser Hexen.

Richtig: "The Blair Witch Project". "Diary Of The Dead" basiert nämlich ebenso auf einer "Documentary-within-the-film", bezeichnenderweise "The Death Of Death" betitelt: "Jason bricht mit einer Gruppe von Filmstudenten und einem Wohnmobil auf, um in den dunklen Wäldern von Pennsylvania einen Horrorfilm für ein College-Projekt zu drehen. Alles scheint zunächst wie reine Fiktion, doch plötzlich hört die Filmcrew über das Radio Berichte vom Auftauchen echter Zombies und macht sich auf einen turbulenten Heimweg." [viennale.at] Daraus entstanden ist zwar keinesfalls die Neuerfindung des Zombie-Genres, nichtsdestotrotz schafft der gelungene Mix aus Quasi-Doku, Medienkritik und ganz viel Ironie die Wiederbelebung der Romero-Begeisterung. Auch seitens der geldgebenden Verantwortlichen, die bereits die Inangriffnahme des Sequels zu "Diary Of The Dead" bestätigten. Logischerweise wird genau dort angesetzt, wo der Vorgänger endet: "Fighting their way out of a mansion through a horde of ravenous zombies, the survivors of "Diary" escape to a remote island only to be plunged into another battle with the dead." [>] Was auch sonst?

Diary Of The DeadDiary Of The Dead
Regie: George A. Romero.
Mit Joshua Close, Michelle Morgan, Shawn Roberts.
Viennale 2007 (OF)


[diaryofthedeadthemovie.com] [imdb.com]

[Review: Land Of The Dead - Regie: George A. Romero]

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