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Zweimal perfekter Grusel. "High Tension", blutiger Slasher zwischen Genie und zweifelhaftem Ende, und "Freeze Frame", abgedrehter Psycho-Trip voller Verzweiflung.

Das Fantasy-Filmfest entwickelt sich für mich immer mehr zum unausweichlichen Pflichttermin. Fantasy und Horror vom Feinsten. So weit das Auge reicht bzw. mithalten kann. Jede Menge mystisches Filmmaterial, auf das man hierzulande eine halbe Ewigkeit warten muss, weil es nur in seltenen Fällen in den Kinos zu sehen ist. Und schon wieder führten mich zwei Filme, die beim Fantasy-Filmfest liefen, zur Videothek meines Vertrauens: "High Tension" lief bereits 2004. "Freeze Frame" stand dieses Jahr auf dem Programm. Neben Sehenswertem wie "Sin City", "Kiss Kiss Bang Bang" oder "The Descent". Um nur einige Filme zu nennen. Nächsten Sommer muss ich nach München. Unbedingt.

'Til Death Do Us Apart.

High TensionDie beiden Studentinnen Marie (Cecile De France) und Alex (Maiwenn Le Besco) fahren zum Lernen aufs Land. In das abgelegene Bauernhaus von Alex' Eltern. In der ersten Nacht werden sie von einem brutalen Serienmörder (Phillipe Nahon) heimgesucht, der die gesamte Familie - Vater, Mutter, Kind und Hund - abschlachtet. Einzig Marie und Alex bleiben verschont. Erstere, weil sie unentdeckt bleibt. Zweitere, weil sie vom Killer in seinem klapprigen Lieferwagen verschleppt wird. Marie folgt den Beiden.

"High Tension" beginnt und endet mit ein und derselben Textzeile: "Ich lasse nie wieder zu, dass jemand zwischen uns steht". Das sollte man nicht außer Acht lassen, ebenso wie die Bedeutung der Onanieszene, will man von dem vermeintlich unlogischen Ende nicht allzu enttäuscht sein. Klingt ziemlich wirr? Ist es auch. Mehr sei aus Spoiler-technischen Gründen nicht verraten. Nur noch soviel: Für das Finale wird Regisseur Alexandre Aja zwar nicht unbedingt einen Innovationspreis bekommen, trotzdem kann man es nicht gerade als unintelligent abtun. Man betrachte den Streifen ein zweites Mal und weiß warum.

Spät aber doch bin ich auf das Horror-Juwel aus Frankreich gestoßen. Immerhin ist der gut zwei Jahre alte Streifen nun auch schon seit Anfang 2005 bei uns als DVD erhältlich. "High Tension" ist ein Slasher wie er im Buche steht. Jede Menge blutverschmierte Menschen. Düstere Atmosphäre. Kaum Dialog. Und keine einzige lustige Szene. Dazu die ziemlich brutalen Effekte. Herausragend dabei die Enthauptungsszene des Vaters. Dermaßen kompromisslos wurde schon lange nicht mehr gemordet. Und dann auch noch die musikalische Offenbarung: "New Born" von Muse. Perfekt in die Handlung eingebettet. Sehr gelungener Genre-Streifen.

Never Stop Filming Yourself. Never.

Freeze FrameSean Veil (Lee Evans) ist soetwas wie ein Vollzeit-Paranoiker. Seit er vor zehn Jahren verdächtigt wurde, eine komplette Familie ermordet zu haben, zeichnet er nämlich sein gesamtes Tun auf Video auf. Rund um die Uhr. Um jederzeit ein Alibi vorweisen zu können. Veil ist nämlich felsenfest davon überzeugt, Opfer einer Verschwörung zu sein. Und die könnte ja ohne Weiteres nochmal zuschlagen. Als er jedoch eines Tages wieder in diese prekäre Lage kommt, fehlen ausgerechnet jene Tapes, welche ihn entlasten könnten.

"Freeze Frame" bietet eine der wohl ungewöhnlichsten Paranoia der Filmgeschichte: Ein Mann, isoliert von seiner Umwelt, wehrt sich gegen ungerechtfertigte Beschuldigungen. Mit recht unkonventionellen Methoden. Indem er jede Sekunde seines Lebens filmt. Mit unzähligen Kameras. Ein Streifen, der wohl oder übel von seinem Hauptdarsteller abhängig ist. In diesem Fall einem britischen Komiker, der sich in einem neuen Genre versucht. Und damit voll und ganz überzeugt. Lee Evans - bei uns vor allem aufgrund seiner Nebenrolle in "There's Something About Mary" bekannt - spielt absolut glaubwürdig. Und vor allem mit 100% Hingabe. Der Mann zieht eine Show ab, die es in sich hat. Zu Beginn rasiert er sich gleich mal den Kopf. Danach winselt er, schreit oder zuckt vollkommen aus. Paranoider geht's nicht mehr.

Passend dazu das Drumherum: Ein finsteres Kellergewölbe, allerorts mit Kameras ausgestattet. Verzerrte Videoaufnahmen mit jeder Menge ungewöhnlicher Perspektiven. Schaurig, bizarr, surreal. Noch dazu visuell auf extrem innovative Weise in Szene gesetzt. Da stört es dann auch nicht allzu sehr, dass das Erstlingswerk von Regisseur John Simpson die ein oder andere Ungereimtheit in der Geschichte aufweist. Es ist die atmosphärische Dichte, die bei diesem ausgesprochen fesselnden Psycho-Thriller zählt. Originell und absolut sehenswert.

High TensionHigh Tension
Regie: Alexandre Aja.
Mit Cecile De France, Maiwenn Le Besco, Philippe Nahon.
DVD


[hightensionmovie.com]

Freeze FrameFreeze Frame
Regie: John Simpson.
Mit Lee Evans, Sean McGinley, Ian McNeice.
DVD


[freezeframethemovie.com]

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