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Frodo gibt den Hooligan. Unglaublich aber wahr: In "Green Street Hooligans" wird der gutmütige Hobbit zum sich prügelnden Fußball-Fan. Ob soetwas gut gehen kann?

Green Street HooligansEines vorweg: Ich mag Fußball. Vielleicht bin ich nicht gerade der Hardcore-Fanatiker, der im Sektor hinter dem Tor steht, hin und wieder verschlägt es mich aber doch ins Stadion. Man darf mich also durchaus als Fußball-Fan bezeichnen. Und als solcher gibt es für mich - zumindestens in dieser Hinsicht - nichts besseres als jenen britischer Machart. Leider muss man den Fußball von der Insel immer wieder mit Hooligans in Verbindung bringen. Sie gehören zu den hiesigen Klubs wie jeder "normale" Fan. Im Gegensatz zu letzteren geht es ihnen allerdings nur am Rande um den Sport. Ihr Anliegen ist es vor allem, den Mitgliedern der gegnerischen Gruppierung auf möglichst brutale Weise die Fressen zu polieren. Man verprügelt sich und verletzt sich. So gut es halt geht. Und warum das alles? Weil man den Kick braucht? Oder der Ehre wegen?

Killer. Hooligan. Und jetzt auch noch Rockstar?

"Green Street Hooligans" erzählt die Geschichte des jungen Journalismus-Studenten Matt Bruckner (Elijah Wood). Wie er ohne sein Verschulden von der Elite-Uni Harvard geschmissen wird und kurzentschlossen zu seiner Schwester Shannon (Claire Forlani) nach London reist. Dort lernt Matt deren jungen Schwager Pete (Charlie Hunnam) kennen. Ein Fußball-Fan der etwas anderen Sorte. Gehört Pete doch der "Firma" von West Ham United an. Die "Green Street Elite" ist soetwas wie eine inoffizielle Fanorganisation des Londoner Fußballvereins, darauf bedacht, sich mit Mitgliedern von Firmen anderer Klubs zu verprügeln. Kurz: Der charismatische und alles andere als unintelligente Pete ist Hooligan. Durch ihn bekommt Matt Zugang in die Szene, die durch eine nie gesehene Verbundenheit unter Gleichgesinnten gekennzeichnet ist. Und siehe da: Der "Yankee" findet schneller Gefallen an dem wilden Treiben, als er gedacht hätte.

Elijah Wood als Fußball-Hooligan? Da darf man schon mal Bedenken äußern. Jedes Mal, wenn ich ihn zu Augen bekomme, erinnere ich mich unweigerlich an seine Rolle als kleiner, tapferer Hobbit in "Der Herr der Ringe". Wood ist und bleibt ein Babyface. Man betrachte nur mal seine überdimensionalen blauen Augen. Umso erstaunlicher, dass er auch als vermeintliche Fehlbesetzung jedes Mal zu überzeugen weiß. Das war schon als menschenfressender Killer in "Sin City" so und das ist bei "Green Street Hooligans" nicht anders. Als nächstes soll Elijah Wood in der Lebensverfilmung von Iggy Pop mitspielen. Noch dazu in der Hauptrolle. Mal ehrlich: Inzwischen ist ihm alles zuzutrauen.

Die Firma.

Ein amerikanischer Film über englische Hooligans. Eigentlich eine interessante Herangehensweise. Erst recht, wenn gezeigt wird, dass Hooligans nicht unbedingt mit hirnlosen Schlägern gleichgesetzt werden müssen. "Green Street Hooligans" zeigt auch eine andere Seite. Hier sieht man Hooligans, die in ihrem "normalen" Leben Lehrer für Geschichte und Sport sind, in einem Büro arbeiten oder als Fahrradkuriere tätig sind. In diesem Sinne: Vorsicht, der Hooligan lauert in jedem von uns Fußball-Fans. Auch ich bin ein potentieller Rowdie. Eh klar. Nichtsdestotrotz ist Regisseur Lexi Alexander ein wirklich spannender Streifen gelungen. Ob man dabei jedoch den richtigen Einblick in die Szene bekommt, bleibt dahingestellt. "The Football Factory" soll im Gegensatz zum Pendant aus Hollywood um einiges realitätsnaher ausgefallen sein. Ein Film, den man in diesem Zusammenhang unbedingt sehen muss. Habe ich mir zumindestens sagen lassen.

Green Street HooligansGreen Street Hooligans
Regie: Lexi Alexander.
Mit Elijah Wood, Charlie Hunnam, Claire Forlani.
DVD


[greenstreethooligans.com]

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