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Zuerst Serie und dann Kinofilm? Oder umgekehrt? Egal. "Serenity" ist intelligenter und spannender Science Fiction. Da ist beides möglich. Es sei allerdings Vorsicht geboten: Suchtgefahr.

Ich habe es nicht mehr ausgehalten. Es musste einfach sein. Gerade ist die Bestellung Richtung Amazon abgegangen. Scheiß auf die knapp 50 Euro. Der Kinofilm war sensationell. Und was ich bislang über die Serie gelesen habe, soll sie mindestens genauso gut sein. Die Rede ist von dieser unglaublichen Science-Fiction-Saga namens "Firefly" - die TV-Serie - und "Serenity", jenem Streifen, der gerade in heimischen Kinosälen zu bestaunen ist.

Firefly"Firefly" lief in den USA bereits 2002 an, wurde jedoch nach der Ausstrahlung von elf der 14 produzierten Episoden wieder eingestellt. Wegen zu geringer Quoten. Kein Wunder, sendete man die Serie doch in falscher Reihenfolge und parallel zu großen Sportübertragungen. Was danach passierte, hat es in dieser Weise noch nie gegeben. Wilde Proteste seitens der Browncoats, wie sich die Fans von "Firefly" nennen. Eine Website wurde ins Leben gerufen, Flugblätter verteilt, sogar teure Anzeigen geschaltet. Diesen Aktionen ist es jedenfalls zu verdanken, dass "Firefly" nun in Form des Kinofilms "Serenity" zurückkehrt. Ebenso gibt es seit kurzem auch hierzulande die gesamte erste Staffel in Form einer DVD-Box zu erstehen. Und die sollte in den nächsten Tagen bei mir ankommen. Es könnte durchaus sein, dass ich - spät aber doch - zum Fan werde. Die Chancen stehen gut.

Browncoats Unite.

Wir befinden uns 500 Jahre in der Zukunft. Die Erde reicht nicht mehr. So haben sich die Menschen auf mehreren Planeten in der Galaxie breitgemacht. Die Zeit der Kriege hat man inzwischen zwar hinter sich gelassen, wirklich friedlich läuft das Leben im Jahr 2507 aber nicht ab. Kriegsveteran Malcolm Reynolds (Nathan Fillion) ist Kapitän der Serenity, einem etwas heruntergekommenen Raumschiff. Gemeinsam mit seiner Crew - alles streitbare, aufsässige aber bis in den Tod loyale Gefährten - führt er Frachtaufträge aber auch kleinere Gaunereien aus. Moralische Grundsätze sind ihnen fremd. Sie nehmen jeden Job an, der genügend Kohle einbringt. Soweit läuft alles gut. Bis zu dem Zeitpunkt, als Reynolds zwei Passagiere aufnimmt, den jungen Doktor Simon (Sean Maher) und dessen telepathisch veranlagte Schwester River (Summer Glau). Wie sich herausstellt, ist nämlich die Koalition des Universums hinter dem Mädchen her. Und die schreckt vor nichts zurück. Konnte die Serenity einst noch unbemerkt durch die Galaxie reisen und fette Beute machen, steht sie sich nun einer rücksichtslosen Militärmacht gegenüber. Plötzlich werden die Jäger selbst zu den Gejagten.

Zugegeben: Das klingt alles andere als tiefsinnig oder komplex. Zuerst war ich auch eher misstrauisch. Ein Sci-Fi-Streifen vom Macher von "Buffy" und "Angel"? Noch dazu im Wild-West-Stil? Wie soll das funktionieren? Dann las ich die ersten Reviews. Durchwegs gute Kritiken. In der Startwoche schaffte es "Serenity" dann sogar auf Platz 2 des US-Box Office. Endgültig von der Notwendigkeit eines Kinobesuches konnte mich die Bewertung auf IMDb überzeugen: 8.2/10, bei über 25.000 Votes. Das bedeutet einen Platz unter den Top 250 der besten Filme aller Zeiten.

Old-School Sci-Fi.

Joss Whedon (links) am Set von "Serenity""Serenity" ist der erste Spielfilm von Autor und Regisseur Joss Whedon. "Firefly" war hingegen bereits sein drittes TV-Projekt nach "Buffy" und dessen Ableger "Angel". Whedon leugnet erst gar nicht, dass er sich so manches bei "Star Wars" abgeschaut hat. Was dabei herausgekommen ist, kommt einer tempogeladenen Mischung aus Sci-Fi und Action gleich. Mit wenig Romantik und viel Humor. Denn "Serenity" ist vor allem eines: Witzig. Und kann noch dazu eine wirklich spannende und absolut schlüssige Geschichte vorweisen. Natürlich dürfen auch die üblichen Special Effects nicht fehlen. Das Wichtige dabei: Die Handlung wird von diesen nicht einfach erdrückt. Was man bei den letzten "Star Wars"-Filmen nicht gerade behaupten konnte. Zumindestens von Episode 1 und 2. Das Sahnehäupchen zu all dem sind die wunderbaren Charaktere, die einem mit der Zeit richtiggehend ans Herz wachsen. Die bei uns weitgehend unbekannten Darsteller der Serenity-Crew des Films sind übrigens dieselben wie die der TV-Serie.

Wer mit Science Fiction und Humor etwas anfangen kann, der sollte sich "Serenity" auf keinen Fall entgehen lassen. Ich kann diesen Streifen jedenfalls nur wärmstens weiterempfehlen. Selten in letzter Zeit soviel Spaß im Kino gehabt. Was Joss Whedon hier mit seinem Debut für die große Leinwand abliefert, ist mehr als ein Achtungserfolg. Erst recht, wenn man bedenkt, dass "Serenity" nur mit einem Bruchteil des Budgets großer Blockbuster entstanden ist. Sci-Fi-Film des Jahres? Gut möglich. Ich freue mich jedenfalls erstmal auf die Serie. Und hoffe auf eine Fortsetzung im Kino. Muss kommen. Wird kommen.

SerenitySerenity
Regie: Joss Whedon.
Mit Nathan Fillion, Gina Torres, Summer Glau.
25.11.2005


[serenitymovie.com]

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